"How Schiller changed my Life" is a brief recapitulation of a key period in my life. My parents had exiled me from Rio to the little village of Holzminden on the Weser River in Germany, to complete my school education at the Landschulheim am Solling (LSH) boarding school. I lasted perhaps three years, initially suffering from depression, before I decided to make a run for it...
This IS a very old piece, but I just found it again on some old computer!
Wie Schiller mein Leben veränderte
Es war, im Nachhinein und mit Nachsicht betrachtet, eigentlich nur witzig - aber ich war der Einzige, der lachte. Und auch mehr als 60 Jahre später muss ich noch darüber schmunzeln, wie Rainer v. Hartmann mit düsterer Stimme in Karl Wellers Klause den Wallenstein befehlen ließ: "Leuchte, Kümmerling!" (Hartmann war selber etwas schwach gebaut...)
Der alte, gefürchtete Deutschlehrer unterbrach mein Lachen streng mit der Frage: "Lugwig, was ist ein Kandelaber?" Ich hielt es fuer unter meiner Würde, auf eine derartig blöde Frage zu antworten... Schließlich hatte ich mir in jenem Frühlingssemester schon eine Zwei in Deutsch verdient.
Karl Weller ahndete meine Unbotmäßigkeit - mehr aber sicher mein Lachen beim ehrfurchtheischenden Schiller - mit Ausschluss vom Deutschunterricht und einer Fünf im Zeugnis. Die Folge war die - administrativ anfechtbare - Nichtversetzung in die Abiturklasse.
Nach einigen Monaten, in denen ich auch von Herrn Wellers Gattin vom Französischunterricht 'befreit' wurde (eitel wie ich war und meiner erstklassigen Franzoesischkenntnisse sicher, hatte ich mir bei einer mehrstündigen Klassenarbeit mit Diktat eine Stunde 'frei' genommen, um mich sorgfältig zu rasieren und zu kämmen! Das legte mir Frau Weller als eine vermutbare Täuschungsabsicht aus...), beschloss ich, das LSH zu verlassen. (Dies sei nur erwähnt, weil spätere Kommentatoren kolportierten, ich sei aus dem LSH herausgeworfen worden!)
Kurzentschlossen und fast mittellos, kampierte ich im Wäldchen oberhalb des Oberhauses fuer einige Wochen, gut verproviantiert durch freiwillige Helfer wie meine gute Freundin Brunhild Ritzenhoff, um bei Ferienanfang nach Berlin zu reisen...
Meine Eltern, noch in Brasilien stationiert, ließen mich vom deutschen Geheimdienst in der Ostzone suchen, wie mir mein Vater später sagte.
Ich aber war bei der herzensguten Frau Ilse Knaack in Dahlem untergekommen und hatte mich auf einer sogenannten Presse eingeschrieben, um so das vielleicht einmal notwendige Abschlusszeugnis zu erlangen... (Ich hatte naemlich schon in Brasilien die Absicht gefasst, Architektur zu studieren, meine analytische Geometrie jedenfalls war mehr als passabel.)
Meist aber hing ich auf der Freien Universität herum, um mir Erich Dovivats Vorlesungen über Journalistik anzuhören. Die 'Presse' blieb auf einem Nebengleis zurück. Ade Abitur und Studium... Ich glaubte, dass ich nur als freier Schriftsteller eine Chance haben würde - und trampte kühn mit meiner Gossen Tippa und einem Matchbeutel nach Portugal, wo ich mich an der Atlantikküste zum Schreiben niederlassen wollte. "In your dreams...", wie man heute bei uns in Australien sagen wurde...
'Wer nichts kann, wer nichts ist, wird entweder Wirt oder Journalist'.
Diese Meinung hörte ich früher viel - jedenfalls hat es mich nicht gewundert, dass ich irgendwie bei der dpa in Hamburg in der deutschsprachigen Europaredaktion mein Debut machte. Auch damals hatte meine Laufbahn mehrere Knicks mit Absetzen ins Ausland... Schweden, Frankreich und wieder Portugal waren darunter.
Immerhin fand ich mich etwa 1964 als Korrespondent bei Reuters in Bonn, zwei Jahre später wieder bei der englischsprachigen Auslandsredaktion der dpa. Dort hielt ich es geschlagene fünf Jahre aus, aber im Sommer 1971 trieb es mich endgültig in die Emigration: mit Frau und 4 Kindern schipperten wir auf der SS Australis - nach Australien. In Deutschland drohte FJ Strauss...
Auch hier blieb ich meiner 'Berufung' treu: Journalist bei der Cairns Post, dann beim Mosman Daily in Sydney; nach zwei Jahren dann Redakteur beim The Australian in Sydney.
Fünf Jahre lang wirkte ich als Redakteur an Rupert Murdochs Prestige-Titel mit, aber auch hier war der zeitgemaesse 'Rechtsdrang' nicht aufzuhalten. Ich ging daher in die 'innere Emigration', d.h. kündigte meinen Job und hielt mich mit Teilzeitarbeit bei verschiedenen Zeitungen sowie fantastisch gut bezahlten Patentuebersetzungen am Leben... (Bianca arbeitete damals stundenweise bei einer Patentanwältin, während die Kinder in der Schule waren.) Allerdings lernte ich noch schnell das vollkommen digitale Redigieren, auf dem ersten System von Harris bei einer australischen Zeitung!
Dieses System hatte mich so begeistert, dass ich bald (1981-2) mein eigenes System zusammenstellte, mit Platinen von Godbout (noch im S-100 Bus), einem hochauflösenden Schirm von IBM, 8in floppydisk drives von Shugart Associates und Festplatten von Quantum. Ein $A4000 daisywheel Drucker von Fujitsu besorgte den gestochen scharfen Textausdruck. Insgesamt investierte ich rund $A10,000 in unsere neue Textverarbeitung, der sich auch Bianca bediente - aber in den nächsten Jahren verzehnfachten sich meine Hobby-kosten sicher mehrmals...
Ich begann mich bald mit Kommunikation zu beschäftigen, angestachelt von einem 300 baud Prentice Star akustischen Koppler fuer's Telefon. Unter meinen neuen Arbeitgebern war auch International Data Group ( IDG), deren Wochenzeitung Computerworld Australia mich unversehens mitten in die Komputer- und Kommunikations-Szene zog. Das endete damit, dass ich fuer IDG schließlich Communications World Australia herausgab, ein paar Jahre später fuer die Konkurrenz des Packer-Konzerns Australian Communications, beide monatliche Magazine.
Fairfax versuchte mich fuer ein neues Computermagazin anzuwerben, aber ich wollte lieber eine auf grafische Themen ausgerichtete Zeitschrift, "Imagine" herausgeben - doch das schien der Fairfaxtruppe zu gewagt (nicht nur wegen des Titels)...
Da wurde ich kurzerhand wieder selbständig, gab ein per Fax verschicktes newsletter, Communications Week, heraus - und versuchte es dann als rein elektronisches Produkt im Hypertext-Format zu lancieren. Einen Floppy Disk mit der Erstausgabe nahm ich nach Genf zur Telecom '91 mit - und vergaß dann den Floppy im von CERN gestellten Computer! (Ich hatte zwar den Hypertext - dank FolioViews - gut im Griff, dafür fehlte mir ein geeignetes Übertragungsprotokoll. Das lieferte CERN nach, in der Form des HTTP nach. Honni soit qui mal y pense!
Meine Beschäftigungen seither sind in vielfältiger Form bei G+ zu besichtigen: plus.google.com/photos/+LutzHuesch/Albums
See you later
1 comment:
A week ago (it is now Friday the Thirteenth, 2019), I finally deposited the costly relict - as well as a Fujitsu flat-bed scanner and a Monitherm high-resolution graphics monitor - in the electronics bin at our local landfill site...
Perhaps some freak will receover them for a museum?
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